© Bild: Maria Nasswetter

Brettspiele – Konkurrenz und Kooperation

Bei dem Spiel im Bild handelt es sich um das TABU XXL und ist ein fast klassisches Konkurrenzspiel. Das Ziel dieses Spiels ist es, als Team zu gewinnen und als erstes das Zielfeld zu erreichen. Wir leben in einer Welt, wo es, könnte man behaupten, vorwiegend um Konkurrenz geht. Und will man den Rufen zustimmen, dass „das sich an anderen messen“ eine wichtige Zutat unseres Lebens ist, dann setzt man weiterhin auf Konkurrenz. Man kann es dergestalt sehen und ebenso auf ein gesundes Maß an Ausgewogenheit plädieren. Per se ist das Konkurrieren und sich aneinander messen noch nichts, was sozial unverträglich ist. Je mehr man sich seiner selbstbewusst in einer verträglichen Form ist, desto weniger muss man sich messen und kann den Erfolg anderer zulassen. Das lernt man schon in Kindestagen. Wie spielerisch man sich als Kind entwickeln darf und lernt, den Anderen anzuerkennen ist eine Frage der Vorbilder und Bezugspersonen.

So kann Kooperation gehen

Nehmen wir als Beispiel das Spiel für kleine Kinder ab drei Jahren mit dem Titel „Tempo kleine Fische“. Dabei spielt man nicht vordergründig gegeneinander, sondern man möchte entweder, dass die Fischer alle Fische ins Boot holen oder die Fische es rechtzeitig ins Meer schaffen. Jeder der Spieler und Spielerinnen kommt abwechselnd zum Würfeln. Der Würfel zeigt verschiedene Farben. Entweder man darf, wenn man die Farbe eines der vier Fische gewürfelt hat, mit dem farblich passenden Fisch ein Feld vorrücken. Oder man würfelt einen der beiden Fischer, die rot und grün sind. Dann darf man einen Streifen Wasser rausziehen und rückt damit den Fischen auf die Pelle. Je nachdem zu wem man hält, fiebert man mit. Das ist jedoch entlastender, weil man nur eine Vermutung abgab, wer es eher in dieser Runde schaffen könnte. Man hat damit nicht selbst verloren oder gewonnen.

Spielen mit jemanden ohne Ehrgeiz

Wer schon mal mit jemanden spielte, dem es egal war, ob er gewinnt oder nicht, weiß wovon ich jetzt gleich schreiben werde. Denn dann macht jedes Spiel, dass man mit so einer Person spielt, einfach keinen Spaß. Wenn es egal ist, wie es ausgeht, wenn kein Ehrgeiz und keine Motivation des Gegenübers, des Mitspielers zu erkenne ist, ist es tatsächlich langweilig und muss nicht mehr gespielt werden.

Konkurrenzspiele

Zweifelsohne sind die sehr gefragt und motivieren dazu gemeinsam zu spielen und sich an anderen zu messen. Es besteht jedoch ein Unterschied, wie man sich dabei engagiert und sich verhält. Ist man sich dessen bewusst und möchte man mit dem Spielen einen gewissen Anreiz und Freude wie Schmerz in einem erträglichen und lustigen Rahmen erleben, dann kann es gut los- und ausgehen. Ist jemand dabei und gleich mehrere, die einen allzu großen Ernst dabei an den Tag legen und sich entweder extrem freuen und sich in der Schmach des anderen suhlen und sich andersrum außergewöhnlich ärgern, dann wird es vermutlich irgendwann zu einem Abbruch, Streit und unangenehmen Gefühlen führen. Kindern kann man beibringen und sie gut anleiten, mit Freude und Leid beim Spiel gut umzugehen.

Wer nicht spielen mag

Es gibt sie, die Nichtspieler. Die keine Freude, keinen Sinn und keine sonderliche Motivation haben zu spielen. Hier sei vielleicht nachgefragt, ob sie noch nicht die richtige Art des Spielens für sich gefunden haben und ob es andere Gründe dafür gibt. Vielleicht gehen dabei einst erlebte unangenehme Erinnerungen und Gefühle einher oder insgeheim Ängste, sich zu blamieren, wenn man verliert. Manche sehen es schlichtweg als Zeitverschwendung und wenden sich lieber Gesprächen, guten Büchern oder einer Sportart zu. Wobei man Spielen genauso als eine Sportart sehen und erleben kann.