Das Auge isst mit
Der Begriff Augenhunger, der gestillt werden will, ist vielleicht nicht so geläufig. Augenhunger bedeutet, dass wir auf verschiedene Art darauf reagieren, wenn wir etwas Appetitliches wahrnehmen. In einem letztjährigen Artikel befasste ich mich ausführlich mit den verschiedenen Arten von Hunger, die gestillt werden wollen. In diesem Artikel geht es mehr um das Ambiente, das Dekorieren und dem genussvoll fürs Auge kochen.
Dabei eignet sich die Weihnachtszeit sehr gut für dieses Thema.
Deko kaufen oder selbst herstellen
Wer gerne kreativ ist und gerne sucht, der findet Material in Hülle und Fülle sowohl im Wald als auch in den Schubladen daheim und was noch fehlt, kann käuflich erworben werden. Ein schön gedeckter Tisch und ein liebevoll dekoriertes Gericht macht noch mehr Appetit und erfreut die Herzen. Es lässt sich vorzugsweise gut mit getrockneten Lebensmitteln, wie Früchte, Gewürze, Blüten und Kräuter ein Gericht verschönern.
Das Auge weckt den Appetit
Schon im ersten Moment, wenn ein Teller vor uns steht, bilden wir ein Urteil. Die Farben und deren Zusammensetzung, die Form der angerichteten Speisen und sogar Proportionen spielen eine Rolle. Selbst die Anordnung der Zutaten beeinflussen, was wir von einem Gericht zu erwarten haben und Vorstellungen, wie es schmecken wird, entstehen. Eine kunstvoll angerichtete Speise weckt positive Erwartungen. Genauso kann umgekehrt selbst das köstlichste Gericht an Geschmack verlieren, wenn es lieblos präsentiert wird. Es gibt sogar Untersuchungen darüber mit dem Ergebnis, dass gleichwertige Speisen unterschiedlich bewerten werden und das allein aufgrund der Art, wie diese angerichtet und präsentiert wurden.
Kinder sind große Kritiker
Wer kennt es nicht, dass Kinder einfach verweigern zu essen, wenn nur eine Zutat nicht stimmt. Oder wenn farblich etwas im Essen ist, dass ein NO-GO darstellt. Und da sind die lieben Kleinen kompromisslos. Ein kleiner Trick ist, das Kind selbst anrichten zu lassen. So ist es gut sie bereits in den Kochprozess einzubinden. Und darüber hinaus das Kind aufzufordern, sich eine Anordnung und Dekoration für die zu servierenden Speisen zu überlegen.
Spitzenköch:innen machen es vor
Besonders deutlich wird dies in der modernen Gastronomie. Spitzenköch:innen komponieren ihre Teller wie Gemälde. Eine leuchtend grüne Kräutervinaigrette wird nicht zufällig in Tropfenform platziert. Und ein Stück Fleisch wird bewusst schräg angeschnitten, um Struktur und Farbe sichtbar zu machen. Dabei steht nicht nur die Eitelkeit der Küche im Fokus, sondern das Verständnis, dass Genuss ein multisensorisches Erlebnis ist. Wer isst, der riecht, sieht, hört und schmeckt zugleich.
Mediale Vorbilder, die Geschmäcker prägen
In sozialen Medien wie Instagram ist Food-Fotografie zum Massenphänomen geworden. Menschen teilen, was sie essen und vor allem wie toll es aussieht. Das wiederum regt viele Menschen an, es ihnen gleich zu tun und es vielleicht noch besser zu machen. Dabei geht es um das Bewusstsein für leckere Lebensmittel, den Genuss und dem jeweiligen Augenschmaus.
Das trägt der visuelle Aspekt zur Bekömmlichkeit bei
Die visuelle Komponente kann vermutlich helfen, gesündere Entscheidungen zu treffen. Farbenfrohes Gemüse, appetitlich portionierte Mahlzeiten und attraktiv gestaltete Teller können dazu eher motivieren, frische und leichte Gerichte zu wählen. Das Auge dient damit als eine Art Verbündeter einer bewussten Ernährung.
