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Das erfüllende Familienessen

Das traditionelle Zusammenkommen am Esstisch ist nicht selbstverständlich. Vieles deutet darauf hin, dass das ritualisierte gemeinsame Essen positive Auswirkungen auf die Entwicklung unserer Kinder hat. Kinder lernen nach und nach die unterschiedlichsten Konsistenzen der Speisen kennen und können mit manchen besser, mit anderen schlechter umgehen und lehnen mehr oder weniger Speisen ab. Die Farbe der Lebensmittel spielt ebenso eine Rolle. Und selbstverständlich geht es um den Geschmack und den Nährwert. Das gemeinsame Essen bietet Geborgenheit, Sicherheit und die sich am Familientisch befindlichen Personen fungieren als Vorbilder.

Das macht Industrienahrung so attraktiv

Lebensmittelerzeuger und die entsprechenden Konzerne wollen einen möglichsten hohen Absatz und damit Gewinne erzielen. Sie beschäftigen kluge Menschen, die sich damit auseinandersetzen, welche Art von Fertigprodukten am attraktivsten sind. Der große Vorteil, den diese Konzerne haben ist, dass sie Fertigprodukte in einer fortwährenden und gleichen Art und Weise anbieten können. So wird ein süßer Riegel, ein Pudding und Knabberzeug immer gleich schmecken. Nicht nur, dass es gleich aussieht, es schmeckt haargenau so wie beim letzten Verzehr und die Konsistenz ist ebenso immer erwartbar. Und das macht es besonders für Kinder so gut. Denn im Gegensatz zu direkten, nicht verarbeiteten Lebensmitteln, wie Obst und Gemüse, dass einmal weicher und einmal fester ist. Da schmeckt dann die Heidelbeere plötzlich sauer und nicht mehr gleich süß wie das letzte Mal. Die Konsistenz kann je nach Sorte, Reifegrad und Angebot immer unterschiedlich sein. Und das mögen Kinder nicht so gerne.

Außerdem wissen die Macher der Lebensmittel ganz genau, wie man mit gezielter Verpackung, Werbung und Lockangeboten Kinder nahezu nötigt, ihre Produkte haben zu müssen.

Sich an die Geschmäcker gewöhnen

Erwachsene können sich vielleicht nicht mehr so genau daran erinnern, wie sie die unterschiedlichen Lebensmittel unterschiedlich wahrgenommen haben. Und dass sie selektiv in ihrer Auswahl waren. Natürlich sind Kinder verschieden in ihrem Erleben und können mit der angebotenen Speiseauswahl mehr oder weniger gut umgehen. Es heißt, dass man viele Male eine neue Speise den Kindern schmackhaft machen muss, damit es vielleicht auch auf den Geschmack kommt. Und das kann sich so gestalten, dass man es einmal anbietet und es nur auf dem Esstisch steht. Dass man ein anderes Mal anregt, einmal dran zu riechen und den Geruch zu benennen. Und man könnte die Kinder damit sie es ganzheitlich begreifen und erfahren können, damit spielen lassen.

Lebensmittel mit allen Sinnen entdecken

Möglicherweise entsteht der Gedanke, dass man mit Lebensmittel doch nicht spielen soll. Denn sie sind wertvoll und sollten, wenn, dann gegessen werden. Für Kinder ist ein ganzheitliches Erleben von Dingen sehr wichtig. Und spielen ist das probate Mittel dafür. Wenn herumgeschnipselt wird, oder mal eine Käsescheibe mit Augenlöchern auf das Gesicht gelegt wird, dann entsteht ein lustvolles Entdecken. Und daraus folgt vielleicht ein lukullischer Genuss.

Neues zulassen und kreativ sein

Wie wir etwas anbieten, anrichten und gemeinsam entstehen lassen ist bedeutend für die Entwicklung unserer Kinder. Und für die Eltern, die Bezugspersonen, die Freunde kann das gemeinsame Entdecken von Lebensmittel, die man nicht kennt, ein freudiges Erlebnis werden. Sich auf Neues einlassen durch die Anregung unserer Kinder ist auf jeden Fall einen kreativen Versuch wert. Und so wird ein regelmäßiges Familienessen auch eine wundervolle Entdeckungsreise.