Der Umwelt und uns zuliebe
Es ist schwer zu ertragen, immer öfter vom Klimawandel zu hören und dabei das Gefühl zu haben, vermeintlich nichts dagegen wirklich tun zu können. So gerne sehen wir das Meer, baden, surfen, segeln darin. Und bekommen Bauchweh bei dem Gedanken, wie verschmutzt und mit Plastik verunreinigt viele Gewässer und große Teile der Meere sind. Chemikalien, Schadstoffe in der Luft, Atommüll und andere Schrott, der ewig bleibt, sind Auswüchse unserer Zeit, die verärgern, verängstigen und womöglich abstumpfen. Abgetan wird die eigene Verantwortung damit, dass man meint, man allein könne nichts bewirken. Auch kleine Staaten, wie Österreich könnten den Klimawandel nicht aufhalten. Und wenn die großen und meisten Staaten nichts tun, warum sollte man selbst überhaupt darauf achten, umweltbewusster zu leben, so die Gedankengänge vieler.
Klimatag der Stadt Wien
Der Österreichische Klimatag, eine dreitägige Veranstaltung in Wien, bietet jedes Jahr im Frühling einen Überblick über die österreichische Forschungsentwicklung zum Thema Klimawandel. Sie versteht sich als Ort, wo Forschungsarbeiten vorgestellt werden, sich Stakeholder aus verschiedenen Bereichen vernetzen und sich entsprechenden Input holen können. Und vermittelt einem interessierten Publikum neueste Erkenntnisse aus den Bereichen Klimawandel und der diesbezüglichen sozialen und ökologischen Transformation.
Jede einzelne Person bewirkt viel
Zu glauben, dass man wenig bis gar nichts beitragen kann, ist leider falsch. Beginnen wir bei der Vorbildfunktion, die wir als Eltern, Pädagog:innen, Inhaber:innen von Firmen, Shops und als Dienstleister:innen haben. Wir leben unseren Kindern vor, wir sind die ersten Role Models. Verzichtet man öfter auf den Fleischkonsum, weil die Umwelt bei der Herstellung und Produktion enorm in Mitleidenschaft gezogen wird, dann leistet man bereits einen Beitrag. Fährt man nur 100 km/h auf der Autobahn schont dies die Umwelt. Achtet man darauf, nicht unnötig kostbares Leitungswasser zu verschwenden, hilft man enorm, wertvollen Ressourcen zu sparen. Wir Menschen sind sehr viele und haben ein enormes Gewicht und tragen sehr dazu bei, wie geschont unsere Umwelt und unsere Ressourcen werden.
Konzerne und Politik in die Verantwortung nehmen
Selbstverständlich sind Konzerne, Firmen und deren Einhaltung aktueller Umweltstandards in die Pflicht zu nehmen. Die Gesellschaft und ihre Mitglieder haben einen erheblichen Einfluss darauf, wie wir auf unsere Ressourcen achten. Was konsumiert wird und wie mit dem Abfall umgegangen wird. Als Bürger und Bürgerin hat man verschiedene Mittel, sinnvolle Bestimmungen und Gesetze zu fordern. Jeder und jede kann etwas, was sie stört, wirklich verändern. In Wien gab es vor ein paar Jahren die Initiative einer Mutter, die es massiv störte, dass die Straßen in Wien von zahlreichem Hundekot verunreinigt war. Und startete gemeinsam mit Verantwortlichen in der Politik die Initiative – Sackerl fürs Gackerl. Und siehe da, es hat ganz viel bewirkt und es ist nachhaltig, denn noch Jahre später ist es viel sauberer geworden und für die Menschen selbstverständlich, die Fäkalien ihrer Liebesten zu beseitigen.
Tempolimit als Beispiel
Leider hat sich in Österreich noch immer nicht das Tempolimit 100 km/h auf der Autobahn durchgesetzt. Klar ist man vielleicht etwas weniger schnell am Ziel. Allerdings wirklich nachgerechnet, sind die Unterschiede nicht so groß. Denn viele Studien zeigen, dass der Fließverkehr mit konstanten 100 km/h viel weniger ins Stocken gerät. Neben den herausragend besseren Luftwerten sind die Unfallbilanzen wesentlich besser. Und damit unser aller Leben besser geschützt. Umso mehr verwundert es, dass das nicht schon längst umgesetzt wurde.
Quellen:
https://ccca.ac.at/dialogformate/oesterreichischer-klimatag
https://www.umweltbundesamt.de/themen/verkehr/nachhaltige-mobilitaet/tempolimit
https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/modellierung-der-umweltwirkung-von-tempolimit
