Dry January – ein Trend
Der „Dry January“ hat sich in den letzten Jahren von einer britischen Gesundheitskampagne zu einem nationalen und vielleicht auch internationalen Trend entwickelt. Dabei ist die Idee einfach. Im Januar verzichtet man bewusst auf jegliche Form von Alkohol. Und gönnt damit dem Körper nach einer für viele genussreichen Zeit mit viel Essen und Trinken eine Pause. Selbstverständlich gibt es Menschen, die von vornherein auf Alkohol verzichten. Dennoch ist in vielen europäischen Ländern das Konsumieren von Alkohol eine gesellschaftlich erwünschte Gepflogenheit. Und genau das spricht für den Jänner, um sich dem Alkohol zu entsagen. Man muss nicht mehr erklären, warum man das angebotene Glas Wein und die Einladung auf ein Bier, ablehnt. Denn immer mehr Menschen haben vom Dry January gehört und nicken verständnisvoll, wenn jemand lieber zum Glas Soda greift, oder sich einen Kräutertee bestellt. Der Jänner ohne Alkohol kann dafür genutzt werden, das eigene Trinkverhalten zu reflektieren. Nicht der Verzicht, sondern die wohlwollende Achtsamkeit auf den eigenen Körper sollte fokussiert werden.
Unmittelbare Auswirkungen
Schon nach wenigen Tagen ohne Alkohol berichten jene, die an dieser ein Monat andauernden Enthaltsamkeit mitmachen, dass sie besser schlafen würden. Konkret heißt das, dass besser durchgeschlafen wird und der Morgen sich erholter anfühlt. Alkohol kann vielleicht beim Einschlafen helfen, so hört man hier und dort. Doch letztlich stört Alkoholkonsum offensichtlich die Tiefschlafphasen. Ohne das abendliche Glas Wein oder Bier erholt sich der Körper intensiver, was sich in mehr Energie und besserer Konzentration im Alltag zeigt.
Was macht die Alkoholabstinenz mit der Psyche
Ein Dry January kann mental eine positive Wirkung haben. Wer auf Alkohol verzichtet, erlebt sich im wahrsten Sinne des Wortes als nüchtern. Und nüchterne Überlegungen sind bekanntlich eher von Erfolg gekrönt als solche, die auf allzu viel Emotionalität beruhen. Vielleicht erlebt der Ein- oder die andere sogar soziale Situationen als bewusster. Und lernt, mit Stress oder Langeweile anders umzugehen. Sich in der eigenen Haut wohlfühlen und keine Stimuli von außen zu benötigen, macht ein starkes Gefühl. Es ist ein tatsächlich interessanter Versuch eine Party nüchtern zu erleben. Sich der Musik, den Gesprächen und der Umgebung hinzugeben und zu genießen. Ohne ein zusätzliches Genussmittel gut gelaunt auf einem Fest zu verweilen ist eine entspannte Erfahrung. Vor allem wenn man es gewohnt ist auf Veranstaltungen automatisch zu diesen Genussmitteln zu greifen. Vielleicht erkennt man auch wie oft man bloß aus Gewohnheit und nicht wegen des Genusses zu Alkohol greift.
Vorbereitung ist immer gut!?
Manchen hilft es, das Vorhaben im Jänner keinen Alkohol zu trinken, erfolgreich zu absolvieren, indem sie sich dafür gut vorbereiten. Dazu lassen sich entsprechende Alternativgetränke für zu Hause besorgen. Allerdings sollte man sich nun nicht mit Unmengen an alkoholfreiem Bier und Wein eindecken. Man könnte jedoch an einem Abend ein Glas alkoholfreies Bier oder Wein bestellen. Angeblich wird viel experimentiert, damit man gut trinkbaren alkoholfreien Wein erzeugen kann. Auch alkoholfreie Cocktails, Mineralwasser mit Zitrone und frischen Kräutern können das Ritual eines Getränks ersetzen, ohne das Gefühl des Verzichts heraufzubeschwören. Wer gern in Gesellschaft trinkt, der sollte überlegen, ob man nicht Freundinnen und Freunde rechtzeitig darüber zu informieren. Oder diese gleich zum Mitmachen animieren. Gemeinschaftlich sich zu enthalten kann einfacher sein.
