Eine kulinarische Farbenpracht und Vielfalt
Wir essen mit den Augen. Ja, das wissen wir bereits. Wir essen am besten nach Farben und das möglichst bunt. Das ist vielleicht für manche neu. Essen sollte mehr als eine schnelle Nahrungsaufnahme sein. Essen bedeutet genauso Kultur, Genuss und wird als Ausdruck von Lebensfreude gesehen. Besonders die Farbenvielfalt auf dem Teller spielt eine entscheidende Rolle. Wer sich gesund ernähren möchte, sollte daher möglichst bunt essen. Denn je farbenfroher eine Speise ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie viele verschiedene Nährstoffe enthält, die der Körper benötigt. Die natürlichen Farbstoffe in Obst und Gemüse, die sogenannten sekundären Pflanzenstoffe haben oft eine gesundheitliche Funktion.
Sekundäre Pflanzenstoffe
Sekundäre Pflanzenstoffe sind natürliche Inhaltsstoffe von Pflanzen, die diesen unter anderem als Schutz vor Schädlingen oder zur Anlockung von Bestäubern dienen. Für den Menschen liefern sie zwar keine Energie wie Kohlenhydrate, Eiweiße oder Fette, können aber dennoch viele positive Wirkungen auf die Gesundheit haben.
Einige dieser Stoffe sind für die Farben, Gerüche und Aromen von Obst, Gemüse und Kräutern verantwortlich. So sorgen Anthocyane in Blaubeeren oder Rotkohl für eine violette Farbe und wirken antioxidativ. Carotinoide färben Karotten und Paprika orange oder rot und schützen die Zellen. Duftstoffe wie Monoterpene oder Schwefelverbindungen in Zwiebeln und Knoblauch prägen den Geruch, während Glucosinolate und Capsaicin scharfe Aromen erzeugen. Zahlreiche Studien deuten darauf hin, dass sekundäre Pflanzenstoffe das Immunsystem stärken, Entzündungen hemmen, vor Zellschäden schützen und das Risiko für bestimmte Krankheiten wie Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken können. Auch wenn sie nicht lebensnotwendig sind, sind sekundäre Pflanzenstoffe eine wertvolle Ergänzung einer ausgewogenen Ernährung. Wer regelmäßig buntes Obst und Gemüse isst, nimmt automatisch viele dieser gesundheitsfördernden Stoffe auf.
Die Regenbogen-Regel in der Ernährung
Ernährungswissenschaftler empfehlen deshalb die sogenannte „Regenbogen-Regel“. Diese Regel wird gerade in den Sozialen Medien gehypt und viele Influencer und Influencerinnen geben dazu ihre Meinungen ab. Es ist auf jeden Fall was dran, wenn man sehr abwechslungsreich isst. Und eben in diesem Sinne sollten möglichst viele verschiedene direkte Produkte zu einer reichen Farbpalette zusammengeführt werden. Denn die Regenbogenfarben sind Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau/Violett und Weiß. Diese Regel sorgt nicht nur für ein optisch ansprechendes Essen, sondern garantiert auch eine ausgewogene Versorgung mit essenziellen Nährstoffen.
Vielfalt bringt auch Geschmack
Neben den gesundheitlichen Vorteilen bietet bunte Ernährung auch kulinarisch ein großes Erlebnis. Verschiedene Farben bedeuten auch unterschiedliche Geschmäcker, Konsistenzen und Aromen. Ein Salat aus grünem Rucola, roter Paprika, gelben Kirschtomaten, lila Rotkohl und weißen Feta-Würfeln ist nicht nur ein Fest für die Augen, sondern auch für den Gaumen und dient dem gesundheitlichen Aspekt.
Einfach umzusetzen – auch im Alltag
Bunt essen bedeutet nicht zwangsläufig aufwendig zu kochen. Schon kleine Veränderungen können viel bewirken. Statt immer nur zu Gurke und Tomate zu greifen, kann man auch mal Radieschen, Mangold, Süßkartoffeln oder Blaubeeren in den Speiseplan integrieren. Tiefkühl-Obst und -Gemüse sind eine praktische Alternative in den Saisonen, die nicht eine derartige Vielfalt bieten. Denn hier gilt genauso, dass die Produkte, je saisonaler und regionaler, desto besser.
Quellen:
Farben von Nahrungsmitteln – Fachportal Gesundheit
Essen nach Farben: Gesund mit Regenbogen-Ernährung? ARD-Beitrag
Sekundäre Pflanzenstoffe Bundeszentrum für Ernährung
