© Bild: Maria Nasswetter

Gedanken zum Verzicht

Fasten und auf eine bestimmte Zeit auf etwas zu verzichten, kann auf unterschiedlichste Weise passieren. Es gibt religiös bedingtes Fasten, das mehr oder weniger genau vorschreibt, wie zu fasten ist. Heilfasten kann als körperliche Regeneration gesehen werden. Es gibt verschiedene Methoden und Anleitungen, wie dieses Heilfasten vorzunehmen ist. Meist in Verbindung dazu wird auf die Achtsamkeit und ein gesunder Umgang mit sich und der Umwelt hingewiesen. Fasten hat meist eine weitere Bedeutung und umfasst nicht nur den Verzicht auf bestimmte Nahrung und die Einschränkung von bestimmten Lebensmitteln. Wer fastet verzichtet mitunter auf Fleisch, auf Alkohol, auf den Konsum von weiteren Genussmitteln. Im Trend liegt der Verzicht auf das Smartphone für eine bestimmte Zeit und die Einschränkung von Bildschirmzeit im Allgemeinen.

So macht der Verzicht Freude

Wichtig ist, dass man möglichst aus eigener Überzeugung beschließt, für eine absehbare Zeit auf etwas zu verzichten. Das Ziel vor Augen habend, motiviert schon sehr. Daher ist es gut, dieses Ziel zunächst genau zu definieren. Und sich bewusst zu machen, was es bedeutet, auf etwas zu verzichten. Daher sind Überlegungen, wie man das Vorgenommene gut durchhält, von großer Bedeutung. Denn meist kommt man nicht umhin, gewissen Gewohnheiten damit zu verändern. Freudvoller lebt es sich mit Verzicht, wenn das Neue, das dabei entsteht, gesehen und angenommen wird. Hat man beispielsweise gerne vor dem Fernseher genascht oder geknabbert, der könnte stattdessen Turnübungen machen. Wer bei Langeweile, am Weg nach Hause oder vor dem Schlafengehen kein Smartphone mehr zur Hand hat, kann sich stattdessen überlegen, wie die Welt um ihn herum besser wahrgenommen werden und was man alternativ tun kann. Damit ist gemeint, dass Änderungen des Gewohnten helfen und unterstützend wirken sollen. Und vielleicht kommt man dabei drauf, dass man diese Veränderung beibehalten möchte, weil dieses nun mehr Freude macht.

Verzicht auf das Smartphone

Aufgelöst durch eine Dokumentation im ORF, die Schüler und Schülerinnen beim Handyverzicht zeigte, verzichten aktuell mehrere zigtausende Schüler und Schülerinnen auf ihre Smartphones. Drei Wochen wurde und wird auf das Smartphone gemeinschaftlich verzichtet. Diese Initiative geht von einer niederösterreichischen Schule und einem Lehrer aus, die ausprobieren wollten, wie weit sich der Verzicht auf das allgemeine Wohlbefinden auswirkt. Denn gerade Kinder und Jugendliche sind der Gewohnheit und der ständigen Verfügbarkeit des Smartphones und der zahlreichen Social Media Apps ausgesetzt. Die freiwillige Enthaltsamkeit zeigt, dass es so etwas wie digitalen Stress gibt. Verzichtet man eine Zeit lang auf die ständige Verfügbarkeit des Smartphones, werden soziale Kontakte im realen Leben wieder mehr gepflegt, der gefühlte Stress wird weniger und der Schlaf besser.

Verzicht als unverzichtbare Erfahrung

Wer schon einmal und viele Male bewusst auf etwas verzichtet hat, der weiß, wie wichtig diese Erfahrung ist. Es fühlt sich danach sehr gut an. Es bestätigt die eigene Stärke, es zeigt etwas auf und man ist bereit, etwas zu verändern. Jede Intervention und Erfahrung tut dem Selbstvertrauen gut und lässt bewusster das eigene Leben erkennen. Das Fasten und damit der Verzicht auf bestimmte Lebens- und Genussmittel, auf Gewohnheiten und weil man innehalten möchte, sich besinnen, bringt viel für das eigene Leben und kann Vorbild für andere sein. Natürlich ist es nicht nur freudvoll, sondern ist währenddessen anstrengend, mühevoll und vielleicht ärgerlich. Doch am Ende zählt das Durchgehalten und das Wohlgefühl, es geschafft zu haben.