© Bild: Maria Nasswetter

Sensorische Spiele für daheim

Anlehnend an die Erkenntnisse der Sensorischen Integration lassen sich die unterschiedlichen Materialien, die zur Unterstützung von Reizwahrnehmungen, der Tiefen- und Körperwahrnehmung und der Wahrnehmung im Raum, in den Alltag integrieren. Allen voran sind Bälle und in deren vielfältigen Varianten zu nennen. Knetmasse, Sandsäckchen, Ringe, Tücher und unterschiedliche Sensorik-Kisten sind weitere anregende Materialien für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die im Haushalt Einzug halten dürfen.

Spielen und Fühlen bei Lernschwierigkeiten

Die Frage ist, wie sinnvoll es ist, mit seinem Kind, dass seine Hausübung nicht gemacht hat, dies am Abend trotz Widerstand zu erledigen. Oder wenn etwas nicht geschrieben oder gerechnet werden möchte. Es wäre zu überlegen, ob es nicht nachhaltiger, lustiger und für alle in der Familie erfreulicher ist, wenn man stattdessen spielt. Kinder zeigen sehr gut und oft, wenn man sie genau beobachtet und fragt, was sie gerade brauchen. Wenn es Bewegung ist, dann schnappt man sich einen Ball, der für den Gebrauch in der Wohnung geeignet ist und spielt damit gemeinsam. Und wenn man dabei gewissen Abfolgen, Regeln einfließen lässt, die auch vom Kind kommen können, dann steckt da schon Mathematik drinnen. Wenn Kinder, die Reize suchen, diese befriedigt bekommen, in dem sie die Vibration des Balles beim Fangen oder dem Schleudern des Balles erfahren, ist schon viel erledigt.

Kneten und Formen bei Anspannung und Stress

Wir alle, Kinder und Erwachsene sind enorm vielen Herausforderungen und Alltagsreizen nahezu und sehr oft ausgeliefert. Wir müssen tagtäglich damit fertig werden, alles zu verarbeiten und es zu ertragen. Da kann kneten und formen, rollen und ziehen, reißen und kleben enorm helfen. Übrigens helfen angeblich auch Kaugummis, um sich besser konzentrieren zu können.

Selbstgemachte Sensorik-Kisten

Diese einfach selbst herzustellenden Kisten eigenen sich für Kinder ab etwa drei Jahren und mögen auch Jugendliche durchaus gerne. Sie können mit den unterschiedlichsten Materialien hergestellt werden. Es geht dabei um das haptische, also vorwiegend um den Tastsinn. Daher ist es interessant, wenn sich die Hände in verschiedene Materialien graben und auf Erkundungstour gehen. Dabei ist auch nasses und schmieriges Material gemeint. Viel Wissenswertes dazu wird es im nächsten Artikel geben.

Jonglieren üben

Schon allein die Beschäftigung damit und das Üben bringt viel für die Sensorik und die Körper- und Raumwahrnehmung. Es gibt recht gute Anleitung dazu im Internet. Man muss schon ein wenig Geduld und Anstrengung auf sich nehmen. Und beginnt mal mit einem Ball zu üben. Wenn sich dabei so ein gewisser Automatismus eingestellt hat und man meint, das ist jetzt wirklich zur Routine geworden, erst dann ist es ratsam, mit einem zweiten Ball zu jonglieren. Das bedarf nun einer richtigen Koordination. Und die sollte nun den persönlichen Ehrgeiz ansprechen, diese Herausforderung zu meistern.

Schweres Tragen und Anziehen

Wer beobachtet hat, dass das eigene Kind gerne etwas hin und herschleppt, sich gerne abmüht, der kann es mal mit einer Gewichtsweste, Gewichtssäcke und einer Gewichtsdecke probieren. Manche Kinder lieben es, sich so zu beschweren und damit richtig gut zu spüren.

 

 

 

Quellen:

Ayres, A. Jean (2005): Bausteine der kindlichen Entwicklung – Die Bedeutung der Sinneswahrnehmung für die kindliche Entwicklung.

Springer Verlag.

 

Kiesling, Ulla (2024: Sensorische Integration im Dialog

Was Kinder brauchen, um erfolgreich Kind zu sein. ihleo Verlag