© Bild: Maria Nasswetter

Sonne, Wind und gute Laune

Die Sonne kommt heraus, der Wind fährt durch die Bäume und plötzlich stehen die Leute wieder anders da. Vielleicht nicht mehr so grantig, nicht mehr ganz so gebeugt vom Alltag. Auf einmal tummeln sich mehr Menschen im Freien, der private Alltag verlagert sich nach draußen. In Wien sitzt man schneller im Schanigarten, als man Verlängerter sagen kann. In Niederösterreich zieht es die Menschen hinaus zwischen Weingärten, Kellergassen und Marillenbäume. In der Steiermark bekommt selbst ein normales Bankerl am Waldrand plötzlich etwas Weltversöhnendes. Und in Tirol oder Vorarlberg genügt oft der Blick auf einen Hang, eine Wiese, ein Stück Himmel, und der Kopf wird freier.

Die Sonne weitet die Gemüter

Die Sonne macht dabei nicht nur hell. Sie verändert den Ton. Gespräche werden weicher, Gesichter offener, die Schritte langsamer. Man geht nicht mehr nur irgendwohin, man ist unterwegs. Das ist ein Unterschied. Wer an einem warmen Tag durch einen Ort geht, merkt sofort, wie viel Leben noch in kleinen Dingen steckt. Eine offene Haustür, ein Rasensprenger im Garten, der Geruch von frisch gemähtem Gras, ein Gasthaus, das seine Tische nach draußen stellt. Das alles ist kein großes Ereignis. Aber es ist genau das, woraus sich gute Laune zusammensetzt.

Die Bedeutung des Windes

Der Wind gehört unbedingt dazu. Ohne Wind wäre die Sonne schnell zu viel. Er bringt Bewegung hinein, kühlt die Haut und bläst einem im besten Fall auch ein paar schwere Gedanken aus dem Kopf. Am Neusiedler See weiß man das besonders gut. Dort ist der Wind kein Nebendarsteller, sondern fast schon eine Lebensform. Er treibt die Segelboote, schiebt Wolken weiter und erinnert daran, dass Stillstand selten eine gute Idee ist. Auch im Gebirge hat der Wind etwas Klärendes. Er pfeift um die Ecken und fährt durch die Wälder. Da geht auch einfach nur dasitzen und zusehen, wie sich alles im Wind wiegt und vielleicht auch ein wenig stürmt.

Der Weg zur guten Laune

Man braucht keinen großen Plan. Ein Spaziergang reicht vermutlich. Einen Kaffee im Freien genießen. Mit Freunden dabei zusammen sein, bei einem guten Buch und einfach so kann gute Laune schaffen. Den Radweg entlang der Donau wählen und dahinbrausen, auch das bedeutet Glück. Ein Sprung in den Teich oder ins Schwimmbecken erfrischt und hebt das Gemüt. Oder ein Gespräch über den Gartenzaun, macht munter und Freude. Vielleicht sogar nur ein offenes Fenster und zehn Minuten ins Nichts schauen, kann die Laune heben. Gute Laune ist nichts Oberflächliches. Sie ist eine Ressource. Gerade in Zeiten, in denen vieles gleichzeitig anstrengend ist, muss man sie ernst nehmen. Sonne und Wind lösen keine Probleme. Aber sie geben einem die Kraft, sie wieder etwas gelassener anzuschauen. Und manchmal ist genau das der Anfang.

Der Hitze zum Trotz

Natürlich kann ein Zuviel an Sonne belasten. Daher sind die Vorsorge und der Schutz davor ganz wichtige Parameter. Und starker Wind, Stürme können belasten und zerstörerisch wirken. Vielleicht ist es wichtig, den Fokus wieder auf die unspektakulären Ereignisse, auf die vielen angenehmen, unaufgeregten Momente mit mehr oder weniger viel Wind und Sonne zu legen.