Vintage – die neue Form der Gegenwart
Es muss nicht immer grell und bunt sein. Zum Glück gibt es immer mehr Angebote und nicht nur für junge Menschen. Und die Bandbreite ist groß. Einige Vintage-Shops bieten preiswerte Kleidung unterschiedlicher Herkunft an. Es gibt Pre-loved Mode, die sich auf bestimmte Marken spezialisiert hat. Und wieder andere Geschäfte, die bestimmte Epochen und Stile bedienen. Und hinter manchen Secondhandgeschäften verbirgt sich eine Nonprofitorganisation, die mit dem Erlös anderen Menschen hilft.
Für junge Menschen ein must-have
Vintage-Mode ist bei jungen Menschen gerade nicht einfach ein nostalgischer Blick zurück. Sie ist zu einer eigenen Stilhaltung geworden. Secondhand, Vintage oder Pre-loved ist ein Look, der persönlich wirkt. Gleichzeitig geht es weniger darum, einen Look zu kopieren. Es geht um die Eigenkreation. Ein altes Fußballtrikot mit weitem Rock, die Vintage-Lederjacke mit Ballerinas und das Spitzen-Top aus den 90ern mit oversized Denim sind Ansporn. Es darf nur ja nicht zu perfekt wirken.
So war es einmal
Der Secondhandkleidung, oft erstanden auf Flohmärkten haftete die Idee des billigen Gebrauchsstückes an. Kenner wussten allerdings, dass man genau dort noch an Waren kommt, die einwandfrei genäht waren. Und so manches Secondhandstück ein wahres Schnäppchen darstellen kann. Denn die Quantität mancher Stoffe wird heute nicht mehr angeboten. Wer geschickt war und ist, der kann sich auch Neues aus Altem nähen.
Und dann...
Es tauchten Plattformen und klassische Secondhand-Shops vermehrt auf und sind heute Teil eines selbstverständlichen Modeverhaltens. Der aktuelle Secondhand-Markt wächst noch immer weiter. Ein wichtiger Grund ist der Nachhaltigkeitsgedanke. Und somit sind plötzlich echte Pelze, nunmehr als Secondhandware im Trend. Denn das Tier ist bereits getötet und die Qualität, Wärme und der Schick zählen.
Darum geht es noch
Für viele Menschen geht es dabei um den Preis, um die Individualität und das Gefühl, ein besonderes Stück gefunden zu haben. Vintage-Shopping hat meist etwas Spielerisches. Man sucht nicht einfach ein Produkt, sondern entdeckt ein Einzelstück. Kleidung wird damit zum Statement. Man hat das nicht einfach gekauft, sondern erobert und zeigt es auf diversen Social-Media-Kanälen.
Gebrauchsspuren erwünscht
Lieblingsteile mit Gebrauchsspuren werden wiederholt getragen, kombiniert und weiterentwickelt. Wenn ein starkes Vintage-Stück immer wieder getragen wird, zeigt das nicht Einfallslosigkeit, sondern kann als Stiltreue bezeichnet werden. Damit ist bewusste und nachhaltige Tragen eine Art Gegenbewegung zur Wegwerfmentalität der Fast Fashion. Denn man kennt die Videos, wo abartig viel Kleidung verbrannt wird. Wir wissen von der Massenware, die im Akkord auch von Kindern genäht werden.
Kleidung bekommt wieder mehr Bedeutung
Viele junge Menschen wollen nicht mehr Mode nur besitzen, sondern mit Bedeutung aufladen. Sie suchen Kleidung, die sich weniger austauschbar anfühlt. Der Vintage Trend erfüllt dieses Bedürfnis, weil jedes Stück eine kleine Geschichte mitbringt. Es ist nachhaltiger als Neukauf. Zudem auch meist günstiger als Designerware und gleichzeitig individueller und viel nachhaltiger als Fast Fashion.
Kleidung bedient meist mehrere Sehnsüchte gleichzeitig. Sie ist ein Werkzeug der Selbstinszenierung, ein Spielfeld für Kreativität, eine wirtschaftlich vernünftige Entscheidung und ein Gegenentwurf zur Wegwerfmode. Damit ist der Secondhand-Kleiderschrank, in den wir blicken weit mehr als etwas aus der Vergangenheit. Es ist eine Möglichkeit die Gegenwart zu gestalten. Und das auf eine persönliche, bewusste und eigenwillige Art.
